Race Driver: GRID

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Waren die Vorgänger der DTM Race Driver Serie doch alle sehr simulationslastig, so wird mit Race Driver: Grid der neue Weg eingeschlagen und auch die Art von Spieler bedient, welche nicht die oftmals unangenehme Realität einer Simulation durch Frustmomente vor dem Lenkrad erleben wollen. Grid ist ein absoluter Arcade-Racer und fährt sich auch genau wie ein solcher. Seinen Bleifuß kann man mit über 40 nach und nach erwerbbaren Boliden auf den 15 virtuellen Strecken voll und ganz in den drei verfügbaren Kategorien, amerikanische Muscle Cars, europäische Tourenwagen und japanischen Driftrennen, ausleben. Jede dieser Rennkategorie beinhaltet eine andere Auswahl der Rennwagen, die sich über Aston Martins bis hin zu Pagani Zondas erstreckt.

Auf seinem Weg an die Spitze gilt es 64 Veranstaltungen, welche aus mehreren einzelnen Rennen bestehen, mit Bravur zu bestehen. Durch jede erfolgreiche Absolvierung erhält man mehr Erfahrung und höheres Ansehen, so dass man sich in neue Rennkategorien vorarbeitet und neue Sponsorenverträge schließen kann. Jeder Sponsor hat eigene Vorgaben, die erreicht und entsprechend vergütet werden wollen. Doch zu aller erst fängt man klein an und muss für andere Teams Rennen fahren, bis man genug Geld erwirtschaftet hat, um sein eigenes Team zu gründen und schicke Flitzer sein Eigen nennen kann.

Ein besonderes Augenmerk verdient die Rennkategorie der amerikanischen Muscle Cars, da in dieser nicht nur die normalen Rennen ausgetragen werden, sondern auch vereinzelt Crash Derbies gefahren werden müssen, welche durchaus Abwechslung in den Spielverlauf bringen und der Motivationskurve gut tun.

Wer nun noch immer nicht genug des Adrenalinschubes hat, der darf sich gegen einen KI-Gegner im Kopf-an-Kopf Rennen messen. In dieser Disziplin fährt man gegen nur einen Gegner und muss versuchen, die kurvenreiche Strecke als erster ohne großartige Rempelei hinter sich zu bringen. Dabei wird jeder noch so kleine Rempler des Gegners oder einem selber mit einer saftigen Zeitstrafe bestraft.

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Wer braucht denn schon einen Führerschein?

Fährt man seine ersten Runden mit den übermotorisierten Flitzern, hat man doch ein wenig mit der sehr direkten Arcade-Steuerung zu kämpfen. Nach kurzer Eingewöhnung fährt es sich jedoch als hätte man nie etwas anderes gemacht und wurde mit einem Controller in der Hand zum Grid spielen geboren. Doch obwohl die Steuerung schnell in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist die Umsetzung und richtige Handhabung der einzelnen Benzinschleudern kein Kinderspiel. So muss man in jeder Kurve mit der nötigen Menge Gefühl im Gaspedal hantieren, um diese perfekt zu nehmen und mit dem richtigen Speed wieder auf die Gerade einzubiegen.

Auch wenn einmal ganz schnell in der nächsten Wand Schluß sein kann, ist das Rennen noch lange nicht gelaufen. Für solche Momente wartet Grid mit einem neuen Feature auf, welches dem Spieler die Möglichkeit bietet, die Zeit bis zu einem gewünschten Punkt zurück zu drehen und die entsprechende Stelle noch einmal, ohne Schaden zu nehmen, zu fahren. Diese Möglichkeit steht dem Fahrer allerdings pro Rennen nur einige wenige Male zur Verfügung, damit man sich nicht immer auf dieses nette Feature verlassen kann und sich auch ein wenig anstrengt.

Gelungenes Erscheinungsbild?

Ebenso wie die Steuerung, weiß auch die Optik von Grid von der ersten Minute an zu überzeugen. Die Entscheidung von Codemasters, die Engine „nur“ mit 30 Bildern pro Sekunde arbeiten zu lassen, kommt dem Gesamteindruck deutlich zu Gute, denn so wird ein absolut flüssiger Spielgenuss garantiert und Resourcen wurden eingespart, die in der Detailtiefe der einzelnen Rennpisten wieder sehr gut genutzt wurden. So ist jede Strecke mit ausreichend Zuschauern gesäumt, die sogar auf das fahrerische Können des Spielers reagieren, indem sie sich bei einem Crash in die Mauer rasch ducken, um nicht von herumfliegenden Teilen getroffen zu werden. Überall stehen Bäume oder sind Reifenstapel aufgebaut, um den nächsten Crash zu dämpfen. Sollte man doch einmal in den Gummiwalzen landen, fliegen diese physikalisch korrekt durch die Luft und behindern möglicherweise noch andere Fahrer.

Trotz dieser Limitierung auf 30 Bilder pro Sekunde vermag es Race Driver: Grid dem Spieler ein Geschwindigkeitsgefühl zu vermitteln wie kein zweites. Jedes Rennen fühlt sich wahnsinnig rasant an und lässt den Puls in jeder Kurve höher schnellen, während man beim Hinausbeschleunigen den Fuß am Gaspedal hat, um die nächste Gerade wieder mit Vollgas entlang zu brettern.
In der benutzten Engine, welche eine Weiterentwicklung der auch schon in Colin McRea Dirt benutzten Engine ist, wurde das Schadensmodell noch einmal erheblich verbessert. So zersplittert jedes angebrachte Fenster des Wagens ebenso wie die Türen bei zu heftigen Kollisionen abfallen können.

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Wrrrrrruuuuummmmm!!!

Ein Traum für jeden Motorsport-Fan sind die Motorengeräusche. Am besten zu vernehmen beim Start, wenn jeder Fahrer mit seinem Gaspedal spielt und die Motoren hochjubeln lässt. Das typische Fauchen eines jeden Wagens hört sich einfach nur brachial an. Ebenso fantastisch, wie auch beängstigend, sind die Geräusche eines Wagens, der einem selbst im Nacken sitzt und sich nach und nach weiter an den eigenen Boliden heransaugt. Sehr schön gelöst, ist endlich einmal die Sprachausgabe des eigenen Namens. Hier kann man aus diversen üblichen und gängigen männlichen und weiblichen Namen auswählen.

Sollte der eigene Name dennoch nicht in der Auswahl sein, kann man sich zusätzlich noch aus den teils sehr coolen Spitznamen etwas passendes Aussuchen. Darunter finden sich Namen wie Tornado, Pistensau und weitere ähnliche Ausdrücke für einen Rennfahrer. Diese Sprachausgabe wird ständig im Spiel benutzt, um zum Beispiel den Spieler im Rennen direkt über den Boxenfunk anzusprechen. So tönt es Beispielsweise „Gut gemacht BENJAMIN. Das war deine schnellste Runde.“ aus den Boxen und gibt dem gesamten Spiel nochmal das Quäntchen mehr Rennspass, der bei so manchem heutigen Rennspiel fehlt.

Weltrekordjagt

Im Online Modus kann man sich mit Spielern aus der ganzen Welt messen und einen Rundenrekord nach dem anderen jagen. Bis zu 12 Teilnehmer können in einer Partie größtenteils Lagfrei gegeneinander antreten und sich gegenseitig die Führung streitig machen. Einzig und Allein die Auswahl des Spiels über die Suche ist ein wenig kompliziert und könnte einfacher geregelt werden. Gerade in der Konsolenwelt muss eine einfachere Möglichkeit gefunden werden, um mit seinen Freunden ein Rennen zu veranstalten. Ein sehr gutes Beispiel ist hier immer der Vergleich mit dem Multiplayer Modus aus Call of Duty 4 und der Gruppenbildung.

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